INAYA ZÜRICH ist eine lokale, staatlich unabhängige Struktur, die sich direkt mit queeren Personen und geflüchteten Frauen solidarisiert. Es werden alternative Unterstützungsstrukturen aufgebaut, solidarische Netzwerke geschaffen und Beziehungen gepflegt. Eine Priorität ist dabei die Umverteilung von benötigtem Geld von denjenigen, die genug haben, zu jenen, die zu wenig Geld haben. So sollen Grundbedürfnisse sicher und langfristig gedeckt werden.
Der Verein schliesst eine Lücke, da die meisten bestehenden staatlichen Anlaufstellen und NGOs vorrangig von Männern genutzt werden, nicht auf die Bedürfnisse von Frauen, Kindern und queeren Personen eingehen sowie deren Mehrfachunterdrückung nicht mitdenken. Dies zum Beispiel im Falle sexualisierter oder trans- und queerfeindlicher Gewalt. Wird INAYA um Unterstützung angefragt, versucht der Verein, mit direkter finanzieller Unterstützung Nothilfe zu leisten sowie ein persönliches Netzwerk zu bieten. Ziel ist es, durch nachhaltige und persönliche Unterstützung die Menschen in eine soziale Selbständigkeit und Sicherheit zu begleiten. Dass unser Angebot wichtig ist, zeigt sich anhand der zahlreichen Unterstützungsanfragen, die uns jeden Monat erreichen und denen wir leider oft nicht gerecht werden können.
Der Aufbau solidarischer, gemeinschaftlicher und umverteilender Strukturen ist Teil einer grundlegenden Kritik am vorherrschenden repressiven Migrations- und Asylsystem; ein System, das Menschen aktiv Möglichkeiten für eine sichere Lebensgrundlage verweigert, von der Gesellschaft ausschliesst und isoliert. Denn wir sind alle betroffen von diesen Strukturen – für Menschen, welche nicht in diese gesellschaftlichen Mehrheitslogiken passen, hat diese Betroffenheit jedoch existenzielle Auswirkungen.
Wir leisten diese Unterstützung auch aus der Überzeugung, dass Geschlecht auf Selbstdefinition basiert, und beziehen klar Stellung gegen transfeindliche, transmisogyne und cissexistische Kategorisierungen. Mit «Frauen» meinen wir trans-, cis- und intergeschlechtliche Menschen, die sich als «Frau» und/oder «weiblich» verorten. Queer verwenden wir als Begriff, um (nicht-weibliche) trans, non-binäre, agender, gender-diverse und weitere geschlechtliche Lebensrealitäten ausserhalb einer strikten binären kolonialen Logik anzusprechen sowie homo-, bi-, pan- und asexuelle Menschen. Also: alle Menschen, die von Transfeindlichkeit/Cissexismus und Queerfeindlichkeit strukturell negativ betroffen sind und von Flucht, Asyl, Migration und Illegalisierung betroffen sind.